Interview mit dem Geschäftsführer Dieter Jagodzinska


Herr Jagodzinska, Sie sind leitender Geschäftsführer der veenion GmbH in Kaiserslautern. Welchen Stellenwert besitzt E-Procurement heute im modernen Einkauf?


Dieter Jagodzinska:


„E-Procurement ist ein wesentlicher Bestandteil des Wirtschaftslebens. Wenn man bedenkt, dass rund 50% der Kosten eines Unternehmens aus  Materialkosten bestehen, liegt hier ein immenses Potential, Kosten zu reduzieren und damit Umsatzrenditen attraktiver zu gestalten. Effizienz, Transparenz, Sicherheit, Preisgestaltungsmöglichkeiten und Kontrolle sind hier die wichtigsten Argumente.“

Was sind die Herausforderungen der Zukunft in diesem Bereich?

Dieter Jagodzinska:


„Die vielfältigen Möglichkeiten des E-Procurements sind technisch nahezu unerschöpflich. Unsere E-Procurement-Lösung impact ordering hat sich dennoch vielen Herausforderungen zu stellen.
Weniger technisch, sondern mehr auf der Verständnisebene im Managementbereich. Nur allzu oft ist der Einkauf in Unternehmen ein zwar notwendiger, doch eher ungeliebter Bereich. Die Potentiale, über die der Einkauf verfügt, werden oftmals nicht genügend gefördert, unterstützt oder in den gesamten Geschäftsablauf integriert. Hinzu kommen oft ineffiziente interne Prozesse und Strukturen. Das ist kein Vorwurf, sondern eine Feststellung, die von vielen nationalen und internationalen Studien gestützt wird. In Zeiten von Krisen kommt nur zu oft die kurzsichtige Anweisung ‚Kosten sparen, wo immer möglich‘. Kosten sparen und effizient agieren – das  geht aber auch in „friedvollen Zeiten“!

Technisch sind die Möglichkeiten nach oben offen. veenion hat sich darauf spezialisiert, Prozesse und Strukturen miteinander zu verzahnen, effizientere Wege und Verknüpfungen zu realisieren, die ein Auftraggeber oftmals nicht auf Anhieb als Potential erkennt. Unsere Lösungen lassen sich mit allen vorhandenen Systemen verknüpfen, auch mit denen von Lieferanten, Anbietern etc.  Eine der größten Herausforderungen wird zweifellos sein, die gesamte Wertschöpfungskette möglichst medienbruchfrei zu bedienen und wirklich vom Angebot bis zum Rechnungs-Clearing eine effiziente Plattform zu schaffen. In zwei bis drei Jahren kann sich kein Unternehmen mehr erlauben, zum Beispiel ohne Rechnungs-Clearing im Rahmen von E-Procurement auszukommen. Das ist heute noch anders.

Wie bereitet sich veenion auf diese Herausforderungen vor?

Dieter Jagodzinska:


„Auch wenn es überheblich klingen mag, aber veenion ist allzeit bereit. Wir waren in vielen Bereichen Vorreiter. Wir haben schon immer webbasierte Systeme und Lösungen genutzt, als noch keiner etwas von ‚Clouds‘ gehört hat. Unser Erfolg in der Vergangenheit und in der Zukunft basiert auf der langjährigen Expertise und Erfahrung des Unternehmens und seiner Mitarbeiter. Und wir hören durch die ständig neuen komplexen Aufgabenstellungen unserer Kunden nie auf zu lernen. Und das ist eine hervorragende Ausgangsposition für das nächste Jahrzehnt.“

Oftmals ist die Akzeptanz und Nutzung von Beschaffungsplattformen in Unternehmen und Institutionen gering. Warum?

Dieter Jagodzinska:


„Die beste Lösung nutzt nichts, wenn die potentiellen Nutzer entweder Schwellenängste haben oder das System zu kompliziert ist, um es effektiv und  gerne zu benutzen. Dies sieht man oft bei dezentralisierten Institutionen, wo es  eine zentrale Plattform gibt, auf die von außen zugegriffen werden kann. Ein anderer Gesichtspunkt ist die Komplexität der Möglichkeiten. Das ist ein Lernprozess, bedeutet Veränderungen. Und nur allzu oft sträuben sich Menschen, Veränderungen ohne weiteres zu akzeptieren. Ich kenne Kunden, die die Einführung einer Beschaffungsplattform mit großen Kommunikationskampagnen begleitet haben. Das erscheint mir sehr sinnvoll, denn nur so lassen sich die vielen Vorteile von impact ordering auf allen Ebenen darstellen.“


Wo sieht veenion seine zukünftigen Märkte und Möglichkeiten?

Dieter Jagodzinska:


„Wir sind ein deutsches Unternehmen und natürlich ist Deutschland unser Kernmarkt. Unsere Zielgruppen sind Unternehmen und Institutionen im Bereich der Finanzdienstleister und Versicherungen. Einkaufsgenossenschaften, aber auch soziale Organisationen wie Kirchenhilfswerke etc., Behörden nicht zu vergessen. Und das nicht nur in Deutschland, sondern auch international. Wir arbeiten bereits sehr aktiv in Schweden und haben festgestellt, dass der gesamte skandinavische Raum interessante Wachstumspotentiale bietet. Aber durch unsere Kunden wird impact ordering natürlich auch international eingesetzt und lässt sich auf jede Sprache konfigurieren – von Chinesisch bis Urdu.

Mit den potentiellen Möglichkeiten ist es wie mit impact ordering – the sky is the limit!“